KONZEPT

Calculation: Stakeholder Carbon Footprint

 

Die Motivation für Klimaschutz sowie die Beurteilung von Aufwand und Nutzen verschiedener Maßnahmen können sich zwischen den Stakeholdern erheblich unterscheiden. 

 

Der Stakeholder Carbon Footprint ermöglicht eine individuelle Modellierung der eigenen Einschätzungen.

 

Dies erlaubt die maßgeschneiderte Erstellung einer Rangliste der selbst beeinflussbaren, relevanten Emissionen und die Bewertung der zugeordneten Klimaschutzmaßnahmen.

Beispiel

Stakeholder Carbon Footprint der Aktivität Autofahren für Familie Schwehm im Jahr 2020

Schritt 1: Bestimmung des Scopes

Eine grobe Emissionsaufteilung der Aktivität Autofahren soll neuen Wind in die öffentliche Klimadiskussion bringen

 

Schritt 2: Parametrisierung

Als Stakeholder werden hierbei lediglich die Stakeholdergruppen 

  • Privatpersonen (Familie Schwehm)

  • Unternehmen (Automobilhersteller, Zulieferer, Energiekonzerne, Werkstätten,…)

  • Investoren (Eigentümer, Aktionäre, Asset Manager,…)

  • Politik/NGOs (Bundesregierung, Kommunen, ADAC, Umweltverbände,…) 
     

betrachtet.

 

Schritt 3: Relevante Einzelemissionen

Laut VW belaufen sich die CO2-Emissionen unseres VW Sharan 1.4 TSI auf 156 g/km. In der Realität führt aber die Nutzung eines eigenen Autos zu einer Vielzahl weiterer Emissionen:

 

  • höherer Realverbrauch

  • Benzinproduktion

  • Automobilproduktion 

  • Verschrottung

  • Vertrieb & Wartung

  • Straßenbau

  • Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr

 

Schritt 4: Ökobilanz

Zur Ermittlung der Ökobilanz des VW Sharans werden für die relevanten historischen Einzelemissionen Schätzungen erhoben und gemäß der gewählten Parametrisierung aufgeteilt. 

 

Schritt 5: Datenerhebung

Im Jahr 2020 wurden 8000 km mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,5 l zurückgelegt

 

Schritt 6: Gewichtung

Für die Analyse wurden die Einzelaktivitäten in

 

  • Produktion & Entsorgung

  • Betriebsemissionen

  • Benzinversorgung

  • Vertrieb, Wartung & Infrastruktur

 

unterteilt.

 

Für jede dieser Gruppen wurde der Nutzen & der Einfluss der verschiedenen Stakeholder geschätzt. (siehe unten)

Schritt 7: Analyse

Gemäß der gewählten Parametrisierung ergeben sich nun der Stakeholder Carbon Footprint der Aktivität Autofahren der Familie Schwehm für das Jahr 2020

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Collaboration: Best Practice Club

Mit Calcolution möchten wir mit verschiedenen Verbänden, Vereinen und öffentlichen Stellen zusammenarbeiten und gemeinsam eine Plattform schaffen, um sich über Nachhaltigkeitsfragen auszutauschen.

 

Unternehmen, Investoren und Institutionen haben sehr ähnliche Anforderungen, wenn es um die Erstellung von Analysen geht:

 

  • Einfache Datenerhebung

  • Validierte Quellen

  • Nutzung verbreiteter Standards

  • Hohe Flexibilität durch Individualisierung

  • Ansprechendes Design

  • Gute Bedienbarkeit

  • Vergleichbarkeit mit Peers

  • Niedrige Kosten

 

Vor diesem Hintergrund ist es überraschend, dass aktuell sehr viele individuelle Lösungen in Einzelprojekten bei den verschiedenen Stakeholdern umgesetzt werden. Eine breite Kooperation der Akteure und Initiativen könnte die Effizienz erheblich steigern und die Kosten für den Einzelnen deutlich reduzieren.

 

Werden sie Partner von Calcolution, teilen sie ihre Erfahrungen mit anderen und profitieren sie von einer gemeinsamen Nutzung von Daten und Kooperationstools im Rahmen des Open-Source-Gedankens. 

 

Beispiel

Vergleich verschiedener Corporate Carbon Footprints in der Finanzindustrie

Durch die unterschiedliche Wahl der Systemgrenzen (z.B. welche Scope 3-Emissionen wie berücksichtigt werden) ist eine Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Organisationen oft nur schwer möglich. Globale Standards (GHG-Protocol, GRI, SBTI oder PCAF) versuchen dies zu verbessern. 

 

Ein einfaches Analysetool mit Schnittstellen zu den erwähnten Standards könnte die Vergleichbarkeit und den Nutzen einer Kooperation erheblich steigern. Ein solches Tool lässt sich im Übrigen mit einer geringfügig veränderten Parametrisierung für mehrere Branchen verwenden.

 

Die größte Schwierigkeit besteht hierbei in einer gemeinsamen Parametrisierung der Berechnungsmethodik, da diese die Ergebnisse stark beeinflusst.

 

Es ist ebenfalls möglich die Systemgrenzen zu erweitern und einen Stakeholder Carbon Footprint zu berechnen. Dies erhöht allerdings die Komplexität in der Abstimmung weiter und sollte von daher erst als zweiter Schritt angegangen werden.

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Peervergleiche auf einem hohen Aggregationslevel versachlichen und vereinfachen die Kooperation erheblich. Unternehmen, die sich zu einem Sustainability Leader entwickeln möchten, haben so die Chance ihre Erfahrungen zu teilen und vom Feedback der anderen zu profitieren.

Transparenz ist eine entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Solution: Eco-Ideas Corner

Eco-Ideas Corner 1.png

Im weiteren Verlauf des Projektes sollen die verschiedenen Tools miteinander verbunden werden, so dass man auf Basis des Stakeholder Carbon Footprints Maßnahmen identifiziert. Diese müssen dann durch den Stakeholder auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft werden.

 

Die Einschätzungen bezüglich des Nutzens und Aufwands können sich hier je nach Stakeholder deutlich unterscheiden und eine Anpassungsmöglichkeit der Standardeinschätzung ermöglicht eine Individualisierung der Ergebnisse. Weiterhin bestehen eventuell Abhängigkeiten zwischen den Maßnahmen, die bei der finalen Priorisierung individuell berücksichtigt werden müssen.

Eco-Ideas Corner 2.png

Calcolution steht am Anfang einer langen Reise. Lassen sie uns diese gemeinsam beschreiten und werden sie Kooperationspartner bei der Konzeptentwicklung oder im Pilotprojekt.

Die Analyseergebnisse des Best Practice Clubs lassen sich hervorragend mit Maßnahmen aus der Eco-Ideas Corner verknüpfen. 

 

Für nahezu alle Emissionen gibt es unterschiedliche Konzepte, mit denen diese reduziert werden können.

            

Innovation:

Durch technischen Fortschritt und die Veränderung von Vorgehensweisen lassen sich häufig massive Einsparungen erzielen. Mittel- bis langfristig lohnt sich das in aller Regel auch finanziell, wie zum Beispiel bei der Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff 

Reduktion & Transformation:

Bei allen Emissionen sollten wir mehr darauf achten, ob diese wirklich nötig sind und gegebenenfalls Alternativen suchen. Carsharing ist beispielsweise eine hervorragende Möglichkeit die Nutzungsquote von Autos zu erhöhen, Kosten zu sparen und Plätze in Innenstädten zurückzugewinnen.

Impact-Projekte:

Für den Teil der eigenen Emissionen, die nicht durch Innovation und Reduktion vermieden werden können, ist es sinnvoll Impact-Projekte zu unterstützen. Hierdurch kann an einer anderen Stelle CO2 vermieden werden oder aber über Carbon Capture langfristig gebunden werden. 

 

Derzeit gibt es viele einzelne Linksammlungen mit tollen Ideen, Maßnahmen und Einzelprojekten im Klimaschutz. Es ist allerdings recht schwierig einen strukturierten Überblick zu bekommen, da eine Kategorisierung sehr individuell ist. Die meisten Menschen haben daher ihre eigene mehr oder weniger gut strukturierte Lesezeichensammlung.

 

Calcolution möchte hier mit der Eco-Ideas Corner ein Portal mit interessanten Links zur Verfügung stellen. Aktuell basiert der Tableau-Prototyp auf unserer persönlichen Linksammlung, einer kurzen Einschätzung sowie einer übersichtlichen Kategorisierung.

 

Das Portal soll zunächst in der Prototypvariante Feedback und weitere Links sammeln. Im Sommer soll dann ein Gremium gebildet werden, dass in regelmäßigen Abständen neue Links aufnimmt und die Einschätzungen gegebenenfalls anpasst. 

 

Falls sich bei entsprechendem Interesse Fördermöglichkeiten ergeben, könnte man das Portal auch um eine Kommentaroption oder mit einem Sternchensystem ergänzen.

 

Hierzu laufen bereits erste Gespräche, bei Interesse bitte einfach kurzes Feedback an christian.schwehm@calcolution.com.